Sprache

Schriftgröße

plötzlich weg - Kinoreihe geht mit NS-Propagandafilm weiter

"Ich klage an" am 14. Oktober

Die plötzlich-weg-Filmreihe wird am 14. Oktober um 18:00 Uhr im Kommunalen Kino Lübeck mit dem NS-Propagandafilm „Ich klage an“ fortgesetzt. Der Film verhandelt das Thema der Sterbehilfe fast ausschließlich auf der privaten Ebene des Ehepaares Heyt und diente zur psychologischen Überzeugung der deutschen Bevölkerung für das Sterbegesetz und somit zur Rechtfertigung der systematischen „Vernichtung lebensunwerten Lebens“, wie es die NS-Behörden formulierten. Von den Alliierten wurde der Film 1945 als Verbotsfilm klassifiziert.Eine Einleitung wird den historischen Rahmen verdeutlichen. Dabei geht es vor allem um das Menschenbild, die Ideologie der Ungleichwertigkeit im nationalsozialistischen Deutschland sowie die Funktion der Propagandafilme. Im Anschluss an die Vorführung des Films werden die Zuschauerinnen und Zuschauer zu einem Gedankenaustausch eingeladen.
Gisela Gunkel erinnerte sich 1947: "Unseretwegen, weil wir von der Schule dazu angeregt wurden, ging auch unser Religionslehrer (Kaplan Johannes Prassek, Anmerkung des Redakteurs) in den damals aufsehenerregenden Film "Ich klage an", der wie eine Frage in das Volk geworfen wurde, zu ermitteln, wie es auf den Gedanken der sogenannten "Euthanasie" reagiere. Es war eine sehr lebendige und debattenreiche Religionstunde, die darauf folgte. [...] "Des Menschen Leben gilt auch dann noch, wenn es rein natürlich gesehen wertlos geworden ist, weil es in der dem Menschen übernatürlichen Ordnung noch Werte schaffen kann", finde ich in einem Brief vom November 41."

Der Film wird um 18:00 Uhr im Koki Lübeck (Mengstraße 35, 23552 Lübeck) gezeigt, der Eintritt beträgt 6,00 Euro / ermäßigt 4,50 Euro

Alle aktuellen Informationen finden Sie auf der Aktionsinternetseite ploetzlich-weg.de

Am 23. September 1941 wurden mehr als 600 Patientinnen und Patienten der Heil- und Pflegeanstalt Strecknitz nach Hessen in sogenannte „Durchgangsanstalten“ verlegt. Dort starben fast alle von ihnen durch Giftinjektionen, Hunger oder Krankheit. Anlässlich des 80. Jahrestages dieser Ereignisse laden wir zu der Veranstaltungsreihe plötzlich weg ein. 

Hier finden Sie das Gesamtprogramm zum Download (PDF)