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plötzlich weg

Zur Deportation und Ermordung von über 600 Menschen aus den Lübecker Heilanstalten 1940/41

Am 23. September 1941 wurden mehr als 600 Patientinnen und Patienten der Heil- und Pflegeanstalt Strecknitz nach Hessen in sogenannte „Durchgangsanstalten“ verlegt. Dort starben fast alle von ihnen durch Giftinjektionen, Hunger oder Krankheit. Bereits am 16. September 1940 waren zehn jüdische Bewohnerinnen und Bewohner aus dem Erziehungs- und Pflegeheim Vorwerk abgeholt worden, die wenig später in Brandenburg an der Havel vergast wurden. Diese Deportationen waren Teil des nationalsozialistischen Programms zur Ermordung psychisch kranker und behinderter Menschen, dem nach heutigen Schätzungen mehr als 200.000 Menschen zum Opfer fielen. Im August 1941 hatte der Bischof von Münster Clemens August Graf von Galen die „Vernichtung lebensunwerten Lebens“ öffentlich angeprangert. Seine Predigten wurden in der Hansestadt von vier Geistlichen aufgegriffen und publik gemacht. Heute sind sie als „Lübecker Märtyrer“ bekannt.

Anlässlich des 80. Jahrestages dieser Ereignisse laden wir zu der Veranstaltungsreihe plötzlich weg ein. Vom 23. September bis zum 02. November2021 finden Ausstellungen und Vorträge, die Verlegung einer Stolperschwelle, eine Videoinstallation, ein Workshop, Themenführungen durch die Stadt, eine Filmreihe sowie ein Konzert statt. Mit plötzlich weg erinnern wir an die Lebensgeschichten der deportierten und getöteten Menschen. Zugleich wollen wir dazu anregen, die Bedeutung der damaligen Geschehnisse für die Gegenwart zu reflektieren.

Hier finden Sie das Gesamtprogramm zum Download (PDF)